Janusz-Korczak-Haus Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.

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Rundschreiben Nr. 2 - Juli 2001



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde!

die Feierlichkeiten, Besuche, Empfänge mit allem Drum und Dran zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Bremen-Danzig sind zu Ende. Die Deutsch-Polnische Gesellschaft hat - wie immer zuverlässig und gut organisiert - dazu beigetragen. Die Danziger waren mit ihrem Präsidenten in Bremen, präsent auf dem Kajenmarkt, bei der Eröffnung einer Fotoausstellung, zum morgendlichen Frühstück in unserem Haus am sommerlichen Osterdeich. Und die Bremer waren in Danzig. Bürgermeister Henning Scherf begrüßte alle auf den Stufen des Artushofes, Präsidenten und Politiker, Polen und Deutsche. Nach fünf Stunden war er wieder verschwunden. Andere blieben, zur Eröffnung von Ausstellungen, Teilnahme an Kongressen... Bald fuhren auch sie wieder nach Bremen.

Aber da war mehr. Im Vorspann des Bremer Fernsehens hieß das so: "25 Jahre Städtepartnerschaft Danzig-Bremen. Was löst das bei Ihnen im Kopf an Bildern und Gedanken aus? Politikerreisen, Händeschütteln, offizielle Empfänge, Händeschütteln, Delegationstreffen, Händeschütteln. So weit so gut. Und was ist mit dem, was hinter der Städtepartnerschaft steht? Was wissen wir von den Danzigern und was wissen die Danziger von uns? Die Deutsch-Polnische Gesellschaft hat eine Bürgerreise organisiert, mit der eine größere Gruppe eben Privater und nicht Politiker nach Danzig gefahren ist. buten & binnen hat die Bürger begleitet."

Genau 110 waren es, die sich auf die Reise gemacht hatten. Nach einer Woche waren auch sie wieder in Bremen - begeistert. Lassen wir einige zu Worte kommen.





Auf Bürgerfahrt nach Danzig

Jubiläum. 25 Jahre Städtepartnerschaft. Das brachte die Bremerinnen und Bremer auf die Beine. 110 wollten mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft nach Danzig fahren, so viele, daß die eigenen Räume am Osterdeich für die Vorbesprechung viel zu klein waren und ins Haus der Bürgerschaft umgezogen werden mußte.

Dann wurde es Ernst. Der Bahnsteig am Gleis 1 auf dem Bremer Hauptbahnhof hatte wohl selten zuvor einen derartig großen "Auftrieb" von Reiselustigen gesehen. Mitten zwischen ihnen Organisator und stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Reinhold Stiering. Sein Job im Augenblick: er mußte die Fahrkarten verteilen - und das tat er seelenruhig. Die erste Panne ging auf Rechnung der Deutschen Bahn: sie hatte für die erste Etappe die Platzreservierungen zwar für Wagen 6 angekündigt, aber für Nummer 7 vollzogen. Nun ja, bis Hannover dauerte es ja nur eine Stunde. Weiter nach Berlin. Dort verunsicherte die Bahn erneut. Der polnische Schlaf- und Liegewagenzug nach Danzig war auf keiner Abfahrtstafel angekündigt. Aber es fand sich ein Zug nach Kiew, und siehe da - davor hingen die Kurswagen nach Danzig. Da muß man sich fragen, wie es denn bei uns um die Verbindungen nach Polen steht.

Blumen für die Damen, so sah dagegen der Empfang am frühen Morgen in der alten Hansestadt aus. Mit Polizei-Eskorte in die Musik-Akademie und ohne weiter für die Gäste des Novotels, alles bei strömendem Regen, doch schon am nächsten Morgen strahlte die Sonne über der Partnerschafts-Reise.





Die Teilnehmer der Bürgerreise 2001

Die Teilnehmer der Bürgerreise 2001




Erster Höhepunkt schon am Ankunftstag. Pawel Adamowicz, Präsident und damit der Henning Scherf von Danzig, empfing die Teilnehmer der Bürgerreise sowie der offiziellen Delegation im rechtstädtischen Rathaus, freundliche Worte, wie man sie wenig später auch zum Auftakt einer Fotoausstellung "Bremen in unseren Augen" hörte. Der Rest des Programms mit der Eröffnung der "Tage des Meeres" fiel im Wesentlichen dem immer noch strömendem Regen zum Opfer. Aber Ähnliches kennen wir ja aus unserer Stadt.

Ein Kongreß der Partnerstädte aus Polen und Deutschland - Bremen und Danzig standen zwar am Anfang, aber sie blieben nicht allein - verlief zwar mit den Präsidenten Johannes Rau und Aleksander Kwasniewski, Henning Scherf und Hans Koschnick - von der Bürgerreise aber waren nur wenige dabei. Der Artushof war die imposante Kulisse für dieses Treffen.

Natürlich, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich auf eine touristische Fahrt begeben. Viele hatten eine eigene Vergangenheit in Danzig, etliche kamen nicht zum ersten Male, andere wollten die Stadt neu erleben. Tourismus also, aber das war es nicht allein: die Westerplatte wurde besucht, und da lag ein Grund, warum diese Bürgerreise so wichtig war. Die Vergangenheit holt Deutsche immer wieder ein. Auch hier galt es also, ein Zeichen der Versöhnung zu setzen.

Noch mehr stand dahinter, nämlich nach aller hitlerschen Vergangenheit Freundschaft zu schließen, ein Ziel der Deutsch-Polnischen Gesellschaft. Das kann - und so geschah es - ganz einfach bei Bier, Wodka, Würsten und Wildschweinen geschehen. So wie es Reinhold Stiering in seinen Dankesworten betonte. Auch diese Einladung des Danziger Stadtpräsidenten Adamowicz ein Höhepunkt, das Treffen von Bürgern aus Bremen mit Bürgern aus Danzig, ein Abendessen unter freiem Himmel in der ehemaligen Festung "Weichselmündung" an der Mottlau.


Auch vom Turm dieser Festung reicht der Blick bis zu Westerplatte.

Jürgen Fränzel



Wann ist die nächste Reise?

Hallo, lieber Herr Stiering, ich möchte mich auch auf diesem Wege nochmals recht herzlich für die von Ihnen im wesentlichen organisierte Bürgerreise nach Danzig bedanken. Diese Fahrt war wirklich eine Bereicherung des Wissensstandes über das durch diese Reise liebgewonnene Polen. Zumindest habe ich die Landschaft in solch einer Schönheit bei unserem zukünftigen EU-Partner nicht vermutet. In baulicher Hinsicht brauchen wir keine Worte zu verlieren. Unsere polnischen Freunde können erstklassig restaurieren und viel Kultur schaffen, ob auf musikalischen oder generell auf kulturellen Ebenen. Jetzt kann ich auch noch besser verstehen, wenn fast alle unsere Flüchtlinge aus den dortigen Landschaftsteilen so bitter den Verlust ihrer Heimat beklagt haben und noch beklagen... Vielleicht hilft uns der Weg über die EU-Partnerschaft über die tiefen Wunden der Vergangenheit hinweg. Ich wünsche es allen Menschen beider Völker.

Was die Organisation der Reise betrifft, so kann ich nur meine Bewunderung wiederholen, ca. 110 Persönlichkeiten zusammengehalten zu haben, jeder mit seiner persönlichen Eigenart. Ich glaube, nicht nur mich, sondern viele der mitgereisten Bürger haben Sie neugierig gemacht, mehr von unseren Nachbarn kennenzulernen. Aus diesem Grunde war mir die für 2003 angedachte Reise nach Südpolen höchst sympathisch, von mir aus auch schon im nächsten Jahr.

Anregungen und aus der Danzig-Reise gewonnene Alternativen könnten wir ggf. an unserer Wiedersehens-Zusammenkunft im Herbst d. J. austauschen. Es wird Ihnen nicht verborgen geblieben sein, daß vielfach der Wunsch geäußert wurde, sich im September bis November 2001 für ein Foto-Meeting zu treffen. Einige Bürger hatten doch gefilmt. Vielleicht wäre es möglich, auch diese Filme kennen zu lernen, abgesehen von einem generellen Bildertausch etc.



Mit den besten Grüßen: Ihr Günter Kunkel

Anmerkung: Wir werden rechtzeitig zu einem Treffen einladen!



Die Gastgeber hatten Freude an den Bremern

Die Leiterin des Gästehauses der Musikakademie schreibt uns: "Das Hotel Dom Muzyka empfing in den Tagen vom 23. bis 28. Juni 2001 eine Touristengruppe der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen. 86 Personen wohnten in unserem Haus. Es war eine Freude, eine solch kulturelle und vorbildlich organisierte Gruppe zu Gast zu haben. Wir hoffen auf weitere Zusammenarbeit und laden Sie ein, als Gruppen oder individuell im Laufe des ganzen Jahres unsere Gäste zu sein."





Spende für St. Johann

1500 DM überbrachten Vorstandsmitglieder unserer Gesellschaft dem Kuratorium der St.-Johannes-Kirche in Danzig. Mit dabei die Spenderin: Frau Kämmer aus Oldenburg, die als Teilnehmerin der Bürgerreise sich vom Fortschritt des Wiederaufbaus der Kirche als Kulturelles Zentrum überzeugen konnte.





Auch die Pfadfinder und AUCOOP in Danzig

Seit mehr als 20 Jahren gibt es die Kontakte zwischen dem Bund der Pfadfinderinnen und Pfadfinder Bremen (BdP) und dem Verband Polnischer Pfadfinder (ZHP) aus Danzig, während die AUCOOP, eine Beschäftigungs-Initiative für junge Menschen aus Bremen, "erst" zum dritten Male in Polen weilte. Immerhin: Für beide war es wichtig, aus Anlaß des Partnerschaftsjubiläums mit jeweils 15 Jugendlichen dabei zu sein.





Weitere Briefe und Zuschriften zur Bürgerreise

"Gefallen hat uns der gute Mix aus offiziellen Veranstaltungen, organisierten Fahrten und Zeiten zur freien Verfügung", schreiben Christel & Manfred Meyer und Karla Gentara. "Bei einem evtl. Besuch von Danziger Bürgern in Bremen ließe sich ein Abend mit ähnlichem Ambiente wie auf der Festung Weichselmündung sehr schön im Haus Blomendal in Blumenthal durchführen. Wir sind dann gern behilflich."

Elfie Günther schreibt: "Danke für die viele Mühe und Arbeit. Ich freue mich, daß ich die Möglichkeit hatte, diese Reise mitzumachen. Alles hat mir gut gefallen, und ich habe ein paar neue, hoffentlich dauerhafte Kontakte geknüpft."

"Eine gelungene Reise, die in den Annalen meiner Reisetagebücher einen hervorgehobenen Platz einnehmen wird" - so Anita Wendt. "Kaum zu glauben, daß man in sieben Tagen so viel erleben kann. Seit ich zuletzt 1983 in Polen war, hat sich dort viel verändert. Ich empfand eine Aufbruchstimmung und freute mich über die Freundlichkeit, mit der mir die Menschen begegneten. Polens Landschaften sind nicht zuletzt wegen ihrer Unterschiedlichkeit eine Reise wert. Besonders gut gefallen hat mir der Ausflug in die Kaschubische Schweiz mit ihren vielen schönen Seen, großartig und imposant auch die restaurierte Marienburg. Alles in allem Dank an die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen für die Idee dieser Bürgerreise und besonderen Dank an Reinhold Stiering für die umsichtige Durchführung und Betreuung."





Umstellung auf Euro

Ab 1. Januar 2002 müssen die Mitgliedsbeiträge der Deutsch-Polnischen Gesellschaft auf den Euro umgestellt werden. Es ergeben sich ab diesem Zeitpunkt folgende neue Beiträge:

1.  Einzelmitglieder 70 DM  =  35,79 Euro
2.  Ehegatten 118 DM  =  60,33 Euro
3.  Schüler, Studenten und ermäßigter Beitrag in Härtefällen 36 DM  =  18,41 Euro
4.  Korporative Mitglieder  400 DM  =  204,52 Euro

Aus Gründen der Praktikabilität und Übersichtlichkeit sollen vorbehaltlich der Zustimmung der Mitgliederversammlung im Jahre 2002 die vorgenannten Beträge auf den jeweils nächst höheren vollen Euro-Betrag aufgerundet werden, d. h. der Beitrag unter 1. auf 36,- Euro, der unter 2. auf 61,- Euro, der unter 3. auf 19,- Euro, der unter 4. auf 205,- Euro. Die Beiträge schließen den Bezug der Zeitschrift "Dialog" mit ein.

Bei dieser Gelegenheit bittet der Schatzmeister diejenigen Mitglieder, die ihren Jahresbeitrag noch nicht entrichtet haben, das Versäumte bald nachzuholen. Er weist noch einmal auf die Vorteile des Bankeinzugsverfahrens hin. Ein Formular für eine Einzugsermächtigung kann jederzeit bei ihm unter Telefon (04 21) 64 68 36 angefordert werden.





Weiterhin im Aufbau: Das schöne alte Danzig

Weiterhin im Aufbau: Das schöne alte Danzig
Beide Fotos von Margret und Wilfried Henning




V. i. S. d. P. Reinhold Stiering, Brokmerländer Str. 12 - 28259 Bremen - Tel. 51 36 61 - Fax 51 43 663

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