Janusz-Korczak-Haus Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.

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Das Archiv - Rundbriefe

Rundschreiben Nr. 3 - Oktober 2001



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde!

"Nach den Wahlen ist in Polen politische Vernunft und viel Mut gefragt", schrieben die Bremer Nachrichten in ihrer Ausgabe am 25. September. Das demokratische Linksbündnis errang zwar einen überzeugenden Wahlsieg, verpaßte aber die absolute Mehrheit. So muß sich der designierte Ministerpräsident Miller nach einem Partner umsehen. Zweite Kraft neben dem linken Parteienbündnis wurde die konservativ-liberale Staatsbürger-"Plattform" (PO) mit 13 Prozent. Und selbst der "Liga der polnischen Familien" (LPR) ist mit fast sieben Prozent auf Anhieb der Einzug in den Sejm gelungen. Dagegen mußte das bis dahin regierende Bündnis Solidarität eine vernichtende Niederlage einstecken und wurde nicht mehr in das Parlament gewählt, sondern von den Wählern für mißlungene Reformen in die Wüste geschickt. Quo vadis, Solidarnosc?

Dennoch sieht Polen nach den Wahlen vom 23. September und dem bevorstehenden Regierungswechsel den Beitritt zur Europäischen Union als wichtigstes Ziel an. Das versicherte Präsident Aleksander Kwasniewski in Brüssel nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der EU-Kommission, Romano Prodi. Er - Kwasniewski - sei überzeugt, daß die Verhandlungen über den Beitritt wie geplant abgeschlossen werden können.

Prodis Hinweis, es dürfe bei den Beitrittsverhandlungen keinerlei Verzögerungen geben, da bis zum gesetzten Ziel nur noch 15 Monate Zeit blieben, sprechen eine deutliche Sprache.




Mit Spenden geholfen

Am 9. Juli 2001 wurde Bremens Partnerstadt Danzig durch heftige Regengüsse von einer Hochwasserkatastrophe heimgesucht. Häuser, Straßen und Brücken liegen in Trümmern. Es haben über 1500 Menschen, vor allem in den ärmeren Stadtteilen, ihr Hab und Gut verloren.

Der materielle Schaden wird über 300 Mio. Zloty (über 100 Mio. DM) geschätzt. Pawel Adamowicz, Stadtpräsident von Danzig, hat die Partnerstadt Bremen im Namen der Betroffenen um Hilfe gebeten.

Auf das von der Deutsch-Polnischen Gesellschaft eingerichtete Spendenkonto für die Opfer des Hochwassers sind bislang fast 156.000 DM eingezahlt worden. Diese Summe wird von der Stadt Bremen noch einmal verdoppelt. Ein Abschlagssumme in Höhe von 29.000 DM ist den Danzigern vor kurzem als erste Hilfe überwiesen worden.

Unter dem Stichwort "Hochwasser in Danzig" können Spenden auch weiterhin bei der Sparkasse in Bremen (BLZ 290 501 01) auf die Kontonummer 171 89 07 eingezahlt werden. Auf Wunsch stellen wir Ihnen selbstverständlich Spendenbescheinigungen aus.




Polnischunterricht

In unserer Stadt leben viele Polen oder solche, die mit der polnischen Sprache aufgewachsen sind. Da jede Sprache eine Bereicherung für den Menschen ist, hat man in Bremen dafür gesorgt, dass die Polnisch sprechenden Kinder und Jugendlichen diese Sprache weiter pflegen können. Bremen war 1995 das erste Bundesland, das Polnisch als Muttersprache in den Schulen eingeführt hat. Die Zensuren können ins Zeugnis eingetragen werden. Zur Zeit sind es ca. 200 Mädchen und Jungen, die von diesem Angebot Gebrauch machen. Eine neue Gruppe für Schüler der 5. bis 8. Klasse wurde gerade am Schulzentrum Otto-Braun-Straße gegründet.

Der Unterricht findet donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Schulzentrum an der Otto-Braun-Straße statt und ist für Kinder aus ganz Bremen offen.

Informationen erteilt Frau Danuta Riechel unter der Telefonnummer (04 21) 21 05 50.




Warum wir nach Danzig fuhren

Als junger Kapitän und als junge Seemannsfrau hatten wir das Glück, in unvergeßlichen Plauderstunden nach dem Mittagessen im Salon von unseren "Chiefs" Heinrich Tamm und Bellmer von der schönen alten Zeit vor dem Kriege und den sogenannten "Persilfahrten" im regelmäßigen Liniendienst unserer Reederei, der DG Neptun Bremen, von Köln(!) nach Danzig, Königsberg und Memel zu erfahren.

Es waren die schönsten Reisen ihres langen Seemannslebens, als es in der christlichen Seefahrt noch "gemütlich" zuging, als die Arbeit in den Häfen um 7 Uhr begann und um 17 Uhr endete, als sich durch die regelmäßige Linienfahrt Bekanntschaften und Freundschaften von Bestand entwickeln konnten.

Ladung für Danzig war u.a. Persil, Stückgut, Nägel und Hufeisen. Die Neptun-Schiffe lagen im Stichhafen an der Mottlau, beim Krantor, am Grünen Tor, beim Seepackhof Wolff. Es gab lange Liegezeiten, und durch das Vereisen der Ostsee wurden manchmal auch Monate daraus. Dann wurden die Besatzungen schon einmal mit Schlitten von Bord abgeholt und zu den Gütern gefahren, auf denen sie dann die Feste mitfeiern konnten.

Aber auch in dem harten Winter 1939/40 - die "Herkules" war erst Ende März von Bremen aus-gelaufen und durch schweren Eisgang so bedroht, daß sie den Bestimmungshafen Stockholm nicht erreichen konnte -, wurde Danzig als rettender Nothafen angelaufen. Sie, die "Herkules", lag damals am "Neptunspeicher", dem Bunkerplatz der Schiffe in Danzig, gegenüber der Westerplatte. Die Besatzung stattete ihr heimlich einen nicht ungefährlichen Besuch ab, wollte sie sich doch von den Folgen des schweren Kampfes auf Westerplatte, wo im September 1939 durch die "Schleswig-Holstein" der zweite Weltkrieg begann, selbst überzeugen.

1945 leistete das Bremer Schiff der DG Neptun "Mars" bei der Evakuierung der Flüchtlinge über die Ostsee hervorragende Dienste, wie so viele andere Schiffe auch. Heute liegt die "Mars" als Ausstellungs- und Museumsschiff in Königsberg. Sie wurde bei Kriegsende an die Sowjets abgeliefert, umgebaut diente sie bis fast 1980 als Meeresforschungsschiff in der Südsee mit dem Heimathafen Wladiwostock. Das erzählte uns unser Chief Heinrich Tamm, der 1996 sein altes Schiff in Königsberg besuchte.

Die Schönheit Danzigs, die herzliche Aufnahme der Besatzungsmitglieder und die Gastfreundschaft wurde uns in den Plauderstunden mit soviel Liebe und Begeisterung von unseren "Chiefs" geschildert, daß damals in uns der Wunsch entstand, diese Stadt kennen zu lernen. Das war in den 60er Jahren ein Wunschtraum, der wohl nie in Erfüllung gehen würde...

So waren wir begeistert, als wir von unserem Freund Reinhold Stiering von der geplanten Bürgerreise nach Danzig hörten. Nur zu gut, daß wir im Reisen bequem gewordenen erst nach der Anmeldung erfuhren, daß wir Gdansk in einer Nachtfahrt in einem 6-Personen-Liegewagenabteil mit unserem gesamten Gepäck, nach vorherigem dreimaligen Umsteigen erreichen sollten. Diese Aussicht hatte unsere Vorfreude doch sehr gedämpft. Was für ein Mut, mit 130 Personen diese Reise anzutreten!

Aber alles war in der Tat halb so schlimm; das Umsteigen klappte gut mit der großen Gruppe. Nach anfänglichem Stau in den Korridoren der Liegewagen löste sich das Problem "Wer mit wem?", alle fanden einen Schlafplatz; wir fuhren in die Nacht hinein und durch Polen.

Früh wurde es wieder hell; wir erlebten die polnische Landschaft im Morgengrauen und waren schon bald in Gdansk. Dort hatten wir einen großen Bahnhof, herzlich begrüßt wurden wir von den Mitgliedern der beiden polnisch-deutschen Gesellschaften, und dem Faktotum, dem Seeräuber, mit Rosen für die Damen. Ein gutes Zeichen: die Rosen hielten sich frisch bis zum Ende unseres Gdansk-Aufenthaltes.

Wir waren von dem Empfang am Bahnhof in den frühen Morgenstunden, dem etwas späteren Empfang im Rathaus durch den Stadtpräsidenten und der Einladung, uns das Rathaus mit seinen schönen Räumen, seinen alten Möbeln und Gemälden, der eindrucksvollen Bernsteinsammlung und den mahnenden Fotos der Zerstörung und des Wiederaufbaus, sehr berührt. Bei einer weiteren Einladung auf die Festung an der Weichselmündung wurden wir mit Essen und Trinken an einem Grillabend sehr verwöhnt. Von der alten Gastfreundschaft aus früheren Zeiten den Bremern gegenüber war noch viel zu spüren.

Die Innenstadt von Gdansk - so vortrefflich wieder aufgebaut - lernten wir auf unseren Spaziergängen zu schätzen. Es zog uns auch immer wieder dahin, wenn ein bißchen Zeit war, auch an die Promenade an der Mottlau mit ihren vielen Restaurants. Stunden haben wir dort gesessen, im Sonnenschein und abends, und das rege Leben auf und an der Mottlau genossen.

An den Häfen waren wir besonders interessiert und lernten auch sie auf unseren Ausflügen zur Westerplatte und nach Zoppot und der Halbinsel Hela mit ihren Werften, den alten Lloyd-Schleppern und vielen Schiffen kennen. Auch hier war es lebendig.

Die Marienburg, die Kathedrale von Frombork, der Blick vom Kopernikus-Turm über das Frische Haff zur Frischen Nehrung, eine Fahrt durch die Kaschubei trugen dazu bei, das Land Polen weiter lieben zu lernen. Auch die großzügige Unterbringung im Gästehaus der Musik-Akademie mit ihrem schönen Treppenhaus machten den Aufenthalt in Gdansk mehr als angenehm.

Das Theaterstück "Unkenrufe" von Günter Grass brachte uns das Thema Heimatverbundenheit näher. Und über die Heimat sagte ein junger Student: "Sie ist nicht polnisch, sie ist nicht deutsch - sie ist unser!"

Rundum war es eine gelungene Reise mit viel Freude an Land Leuten. Wir werden noch lange von dieser Reise zehren. Unser Dank gilt der Reiseleitung und der Städtepartnerschaft Bremen-Danzig, der wir weiteres Gedeihen wünschen.

Gisela Meier-Mehrtens



Geschenk wird übergeben

Zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft Bremen-Danzig hat unsere Partnerstadt den Bremern ein Geschenk besonderer Art gemacht: einen "Eisenbaum". Dieses Kunsthandwerk soll einen Platz finden beim Jugendgästehaus in der Kalkstraße/Ecke Schlachte. Der Präsident des Senats, Bürgermeister Henning Scherf, lädt herzlich zur Übergabe des Geschenkes ein, die der Präsident der Stadt Danzig, Pawel Adamowicz am Donnerstag, dem 1. November, um 14 Uhr dort vornehmen wird.

Die Ballsaison beginnt

Die Gesellschaft zur Förderung der polnischen Kultur Forum, der Deutsch-Polnische Business Club zu Bremen und die Deutsch-Polnische Gesellschaft laden ein zur "Weiß-roten Nacht" am Freitag, dem 9. November, im Park Hotel. Der Einlaß ist um 19.30 Uhr. Während des Balles werden Spenden für die Opfer des Hochwassers in Danzig gesammelt.

Schubert - Brahms - Chopin - Moniuszko

Zu einem Musikabend laden der Deutsch-Polnische Chor und unsere Gesellschaft ein am Freitag, dem 2. November, 19 Uhr, in die Stadtwaage, Langenstraße 11. Die Konzertpianisten Rebecca Bastemeyer und Johannes Dehning, der Tenor Zbigniew Westerski vom Theater am Goetheplatz sowie Studierende der Musikhochschulen Hannover und Rostock versprechen einen genußvollen Abend. Die Moderation hat Rochus Salanczyk. Karten zum Preis von 15 DM sind an der Abendkasse erhältlich.




Polnische Pfadfinder im Bremer Rathaus

Polnische Pfadfinder sind im Haus der Bremischen Bürgerschaft immer wieder gern gesehene Gäste.
Besonders stolz aber sind sie, wenn ihnen der Präsident persönlich einen Ständer zum Geschenk macht.




Polen in Deutschland

"Brüche und Kontinuitäten einer Zuwanderungsgeschichte" nennt sich eine Vortragsreihe, die jeweils um 20 Uhr im Gästehaus der Universität, Teerhof 58, stattfindet. Veranstalter sind die Kulturgeschichte Ost- und Ostmitteleuropa, Landeszentrale für politische Bildung, die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen und die Katholische Kirche. Der bereits stattgefundene erste Vortrag behandelte das Verhältnis von polnischen Migranten zur katholischen Kirche im Berlin des Kaiserreichs. Valentina Stefanski spricht Freitag, 30. November, über "Polnische Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen in Deutschland". Montag, 10. Dezember, folgt der dritte Vortrag von Josef Herten: "Zwischen nationalem Druck und persönlicher Identität. Namensänderungen im Ruhrgebiet". Im neuen Jahr: 21. Januar, Frauke Miera: "Strategien polnischer Migrantinnen nach der Wende"; 4. Februar, Norbert Cyrus: "Polen auf dem Weg nach Europa. Die Angst vor der polnischen Arbeitnehmerfreizügigkeit".

In diesem Zusammenhang machen wir Sie auf das deutsch-polnische Magazin "Dialog" Nr. 57 aufmerksam, das soeben erschienen ist. Nele Krampen ist Autorin eines Artikels über ein Forschungsprojekt der Universität Bremen, das sich seit dem Herbst 1999 mit der Einwanderung aus Polen in die Hansestadt beschäftigt.




Neuer Generalkonsul

Dr. Andrzej Kremer, polnischer Generalkonsul in Hamburg, stattete der Freien Hansestadt Bremen den Antrittsbesuch ab. Bürgermeister Dr. Henning Scherf empfing den Gast im Rathaus.




Ein Gastschuljahr in Polen

Jugendliche im Alter zwischen 16 und 18 Jahren, die ein Schuljahr in Polen verbringen möchten, können sich bei AFS Interkulturelle Begegnungen e. V. bewerben. Dieser gemeinnützige Verein, früher American Field, organisiert bereits seit 1947 Schüleraustausch-Programme mit dem Ziel, auf diesem Wege die Verständigung zwischen den Kulturen zu fördern. Die Jugendlichen leben elf Monate in einer polnischen Familie und besuchen eine polnische Schule. Betreut werden die Schüler vor Ort von ehrenamtlichen Helfern. Der polnische Partner ist Swiat Bez Granic (Welt ohne Grenzen) und hat seinen Sitz in Krakau. Die Schüler werden deshalb voraussichtlich in dieser Region untergebracht. Informationen gibt es unter Tel. (0 40) 39 92 22-36 bei Frau Orth.




Auf jüdischen Spuren in Galizien

Mehrfach schon hat die Stiftung Judaica - Zentrum für Jüdische Kultur in Krakau diese Reise mit großem Erfolg durchgeführt. Auch im nächsten Jahr ist eine solche "Spurensuche" in Krakau geplant, und zwar vom 6. bis zum 22. August. Die erste und dritte Woche sind für den Aufenthalt in Krakau im Zentrum für jüdische Kultur mit Vorlesungen, Besichtigungen und Zeit für freie Verfügung gedacht, während in der zweiten Woche eine Galizien-Rundfahrt vorgesehen ist. Nähere Informationen: Deutsch-Polnische Gesellschaft Göttingen, Telefon (05 51) 79 20 62, Email: Reinhard.Caspari@t-online.de.




Gottesdienst und Weihnachtsfeier

Ein Ökumenischer Gottesdienst findet am 21. November (Buß- und Bettag) um 19 Uhr in der Auferstehungskirche in Hastedt unter Mitwirkung des Deutsch-Polnischen Chores statt.

Seine diesjährige Weihnachtsfeier feiert der Chor mit der DPG Bremen am 9. Dezember um 16.30 Uhr.



Partner zu Besuch

Towarzystwo Polska-Niemcy, die Gesellschaft Polen-Deutschland, unser Partner in Danzig, wird Ende Oktober bei uns in Bremen zu Besuch sein. Während der Bürgerreise im Juni diesen Jahres haben sie uns sehr geholfen, den Aufenthalt für uns so angenehm zu gestalten. Unser Vorstand hatte sich seinerzeit die Zeit genommen, mit den Mitgliedern der Gesellschaft ein Gespräch zu führen, um die gemeinsamen Ziele und Aufgaben zu erörtern. Wir haben unsere Freunde aus Danzig für den Herbst zur besten Freimarktszeit in unsere Stadt eingeladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, ihrerseits mit uns und maßgeblichen Stellen geplante Projekte zu besprechen. Die persönlichen Begegnungen sollen dabei nicht zu kurz kommen.




Hilfstransport nach Danzig

Nun endlich sind die vielen Sachspenden, die unsere Gesellschaft für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in Danzig gesammelt hat, auf den Weg gegangen. Der Arbeiter-Samariter-Bund Bremen hat den Transport übernommen, und das Rote Kreuz in Danzig wird die Verteilung übernehmen. Es handelt sich dabei im wesentlichen um Bekleidung, Wolldecken und andere nützliche Dinge, die in unserer Partnerstadt dringend benötigt werden. Insgesamt wurden 193 Kartons à 10 kg und 487 Säcke à 7,5 kg verladen - eine beachtliche Menge! Unser Dank gilt allen Spendern und ebenso den Fahrern, die ehrenamtlich die Lastwagen fahren.




Ohne Kommentar

"Polnische Zwangsarbeiter sind enttäuscht" lautete die Überschrift zu einem Artikel in einer angesehenen deutschen Zeitung. Wir zitieren daraus den letzten Absatz: "Da das Geld erst nach dem 30. Mai, als der Bundestag die Rechtssicherheit für die deutschen Firmen feststellte, aber vor dem 15. Juni, dem Auszahlungsbeginn, umgetauscht werden mußte, konnte sich der Devisenmarkt auf die enorme Nachfrage nach Zloty einstellen. Der Zlotykurs begann schon im Winter zu steigen, da ja auch ein Teil der polnischen Telekom an einen ausländischen Investor verkauft werden sollte, der den Kaufpreis ebenfalls in Zloty begleichen sollte. Es war also mit zwei großen Zloty-Nachfragen auf dem Markt zu rechnen. Währungsspekulanten deckten sich rechtzeitig mit Zloty ein. Im Juni erreichte der Zlotykurs seinen Höhepunkt. Profitiert haben davon Währungsspekulanten. Verloren haben die ehemaligen polnischen Zwangsarbeiter und die Deutschen, denen nun "Vertrauensbruch" vorgeworfen wird."




V. i. S. d. P. Reinhold Stiering, Brokmerländer Str. 12 - 28259 Bremen - Tel. 51 36 61 - Fax 51 43 663

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