Janusz-Korczak-Haus Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.

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Das Archiv - Rundbriefe

Rundschreiben Nr. 1 - März 2002



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

das deutsch-polnische Magazin "Dialog", das jedes unserer Mitglieder bekommt, enthält in der ersten Ausgabe dieses Jahres einige bemerkenswerte Artikel. Wir machen Sie besonders aufmerksam auf ein Gespräch mit Adam Michnik, dem Chefredakteur der "Gazeta Wyborcza", die eine der größten Tageszeitungen Mitteleuropas ist. Des weiteren kommt Stefan Garsztecki zu Wort. Er ist wissenschaftlicher Assistent an der Universität Bremen. In seinem Beitrag analysiert er die polnischen Wahlen des letzten Jahres und fragt, ob das Ergebnis ein "radikaler" Abschied von der Vergangenheit ist. Weiter heißt es: "Der Mythos der Solidarität hat sich als Mobilisierungsinstrument endgültig überlebt, was hoffentlich dazu führen wird, endlich die historische Rolle der Solidarität aufzuarbeiten und auch zu würdigen. Die Auflösung des Post-Solidaritäts-Lagers heißt im Umkehrschluß aber auch, daß das Gerede von den 'Postkommunisten' endgültig der Vergangenheit angehört."

Wenn der Autor von Solidarität spricht, so meint er nicht irgendeine, die zwischen oder von Menschen geübte, sonderlich nicht oft vorzufindende, sondern die polnische Gewerkschaft "Solidarnosc". Stefan Garsztecki hat das so bestätigt. Und an dieser Stelle ist es vielleicht sogar angebracht, daran zu erinnern, daß diese "Solidarnosc" die Welt verändern half, daß sie am 17. September 1980 in Danzig gegründet wurde. Von der kommunistischen Staatsführung verboten, entwickelte sich die in der Illegalität weiterhin aktive Gewerkschaft, deren Führer mehrheitlich inhaftiert worden waren, zu einer Keimzelle des gesellschaftlichen Widerstands gegen das Regime. 1983 wurde ihrem Mitbegründer und Vorsitzenden Lech Walesa der Friedens-Nobelpreis verliehen, den er selbst nicht entgegen nehmen durfte. 1989 wurde die Solidarnosc zur bestimmenden gesellschaftlichen und politischen Kraft in Polen und Walesa 1990 zum Staatspräsidenten gewählt. - All das ist noch nicht lange her.




Jahreshauptversammlung mit Gästen

Bürgermeister a. D. Hans Koschnick und Generalkonsul Dr. Andrzey Kremer werden im Anschluß an die diesjährige Versammlung am 20. März im Janusz-Korczak-Haus im Rahmen einer Podiumsdiskussion sprechen über die "Osterweiterung als Herausforderung an die Europäische Union, Perspektiven für eine europäische Sicherheitspolitik unter besonderer Berücksichtigung gemeinsamer Wertvorstellungen und geschichtlicher Erfahrungen zwischen Deutschland und Polen".




Ein stolzes Ergebnis

Die Spendensammlung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen für die Opfer der Hochwasser-Katastrophe in Danzig vom vergangenen Sommer erbrachte die beachtliche Summe von 163.503,24 Euro. Der eingegangene Betrag war vom Senat verdoppelt worden. Das Geld ist inzwischen an die verwaltenden Stellen in Danzig überwiesen worden und wird, wie es hieß, im Wesentlichen für den Wohnungsbau verwendet werden. Der Vorstand möchte an dieser Stelle nochmals allen Spendern seinen Dank aussprechen.




Bitte des Schatzmeisters

Die Einziehung der Mitgliedsbeiträge für das Jahr 2002 ist angelaufen. Das ist - wie immer - zeitraubend und mit viel Arbeit verbunden. Dieser Aufwand ließe sich deutlich verringern, wenn möglichst viele von Ihnen sich entschließen könnten, dem Schatzmeister eine Bankeinzugsermächtigung zu geben. Diesem Rundbrief legen wir deshalb den Mitgliedern, die die Vorteile des Einzugsverfahrens noch nicht nutzen, ein Formular für eine Einzugsermächtigung bei. Über möglichst viele Rückläufe würde sich Siegmund Loppe sehr freuen.




Weltweites Treffen der Danziger

Vom 24. bis 26. Mai 2002 wird es in unserer Partnerstadt ein großes Treffen aller Danziger geben. Das erste internationale Danzigertreffen wird reich an verschiedenen Veranstaltungen, wie z. B. die Zusammenkunft der Ehrenbürger der Stadt an der Mottlau, Wirtschaftsforen, wissenschaftliche Sessionen u. a. sein. Während der Feierlichkeiten wird auch ein "Denkmal der nichtbestehenden Friedhöfe", das alle zerstörten Grabstätten in Gdansk symbolisieren soll, eingeweiht. Wie es heißt, ergeht die Einladung zur Teilnahme "an alle in unserer Stadt Geborenen als auch an diejenigen, die sich mit Gdansk emotional verbunden fühlen". Darüber hinaus sind Informationen auf den Internet-Seiten veröffentlicht: http://www.roots.gdansk.gda.pl/




Lyrik - Prosa - Erinnerungen

Der polnische Schriftsteller und Grass-Übersetzer Boleslaw Fac, der im Winter 2000 in Danzig gestorben ist, hat den in den achtziger Jahren abgerissenen Dialog zwischen polnischer und deutscher Literatur neu auf den Weg gebracht. Zum Gedenken an ihn kommt eine Publikation heraus, in der insbesondere Texte Bremer Schriftstellerinnen und Schriftsteller versammelt sind, die durch persönliche oder literarische Begegnungen mit ihm angeregt wurden: "Boleslaw Fac", (1929-2000), Dichter und Vermittler deutsch-polnischer Literatur; 127 Seiten, 14 Abb., 17 Euro:, herausgegeben von Inge Buck, Konstanze Radziwill und Wolfgang Schlott, mit einem Nachwort von Günter Grass; Edition Temmen.




Danziger Bürger besuchen Bremen

Wie wir Ihnen bereits im letzten Rundbrief mitteilten, werden vom 30. April bis 6. Mai auf Einladung von Senat und Bürgerschaft polnische Bürger aus Danzig unsere Stadt besuchen. Ein vielseitiges und interessantes Programm wartet auf unsere Gäste. Unter anderem ist vorgesehen, einen freundschaftlichen Abend im Haus Blomendal in Blumenthal zu veranstalten. Wir wollen, daß viele Bremer und Danziger Bürger sich an diesem Abend treffen, miteinander reden, klönen. Es ist der Donnerstag, 2. Mai, um 18.00 Uhr. Wir wollen grillen, vielleicht kommt ein Shanty-Chor, und wir denken besonders an die Teilnehmer der Bürgerreise nach Danzig, die zu diesem Abend besonders herzlich eingeladen sind. Kommen sie also alle und helfen uns, daß unsere Freunde aus Danzig sich genau so wohl fühlen wie wir es in unserer Partnerstadt im vergangenen Jahr erlebten.

Das Bremer Theater 62

Auf ein 40jähriges Bestehen kann am 15. März das älteste Bremer Kinder- und Jugendtheater zurück blicken. Unser Vorstandsmitglied Michael A. Wenz ist dort Spielleiter, Regisseur, Beleuchter, Bühnentechniker, Schauspieler - kurzum: Mädchen für alles, die treibende Kraft. Mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wird auf einer transportablen Bühne, die überall aufgestellt werden kann, gespielt. Regelmäßige Vorstellungen finden u. a. im Theatersaal der Schule an der Lessingstraße statt. Wichtig sind Wenz vor allem die Begegnungen mit Partnertheatern in Osteuropa, wie z. B. in Danzig, Klaipeda/Litauen, Smiltene/Lettland, St. Petersburg und Angarsk in Rußland. Auf dem Spielplan ganz obenan stehen "Die Bremer Stadtmusikanten", gefolgt von vielen Märchen der Gebrüder Grimm bis hin zu zeitgenössischen Stücken wie "Onkel, Onkel" von Günter Grass. Im vergangenen Jahr spielte das Ensemble zum 25-jährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft Bremen-Danzig sowohl hier als auch in unserer Partnerstadt. Bei ihren Fahrten nach Polen und Rußland haben die Wenz auch immer viele Hilfsgüter mit an Bord, um vor Ort Not lindern zu helfen.




Das Bremer Theater 62 hat viel geleistet in der deutsch-polnischen Zusammenarbeit und verdient Dank und Anerkennung. Zum Jubiläum herzlichen Glückwunsch!



Die

Die "Bremer Stadtmusikanten" als Botschafter guten Willens auf allen Bühnen und Plätzen




Wo ist ein Zimmer frei?

Seit geraumer Zeit studieren bei der Hochschule Bremen polnische Gaststudenten, die im Rahmen einer Hochschulpartnerschaft ein Studiensemester in Bremen verbringen. Für diese Studenten, die deutschsprachig sind und in der Regel das Sommersemester (März bis Juli) hier studieren, werden günstige Wohnmöglichkeiten gesucht. Die Studierenden verfügen über ein EU-Stipendium, das allerdings recht knapp bemessen ist. Unser Vorstandsmitglied Professor Wolfgang Reichel, Dekan des Fachbereichs Sozialwesen, bittet diejenigen, die preiswert ein möbliertes Zimmer oder Appartement vermieten können, sich mit ihm in Verbindung zu setzen: Hochschule Bremen, Neustadtswall 30, 28199 Bremen, Telefon (04 21) 59 05-27 50, Fax (04 21) 59 05-27 53.




Einladung zum Abendforum

Im Rahmen ihrer Frühjahrstagung lädt "Pro Baltica" zu einem Forum in das Bremer Rathaus, Mittwoch, den 6. März, 17 bis 20 Uhr, mit S. E. Marek Pol, Vizepräsident des Ministerrates und Minister für Infrastrukturen der Republik Polen. Das Thema: "Europa ohne Polen - eine (un)denkbare Alternative?" Nach der Diskussion lädt der Präsident des Senats, Bürgermeister Henning Scherf, zu einem Empfang in die obere Halle des Alten Rathauses ein.




Ein "Geschenk" in Bremen

Wir erinnern uns: Die Stadt Danzig schenkte Bremen zum 25-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft einen "Eisenbaum", der nun beim Jugend-Gästehaus steht, Bremen aber den Danzigern einen Aufenthalt für einen jungen Menschen in unserer Stadt. Und dieses "Geschenk" ist nun in leibhaftiger Gestalt der Anna Omilianczyk aus Polen hier eingetroffen. Sie ist 25 Jahre alt, in Augustow geboren und hat ein Musikstudium (Geige) in Suwalki und Gdansk mit Auszeichnung abgeschlossen. Zur Zeit absolviert sie einen vierwöchigen Sprachkursus am Goethe-Institut, danach wird sie beim Philharmonischen Staatsorchester Bremen und bei der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen tätig sein. Wir wünschen Anna Omilianczyk einen schönen Aufenthalt in Bremen.




In Danzig geehrt

Professor Bernd Jastorff vom Zentrum für Umweltforschung und Umwelttechnologie der Universität Bremen hat die Ehrenmedaille der Universität Danzig erhalten. Damit wird sein großes Engagement für die Kooperation zwischen dieser Hochschule und der Universität Bremen gewürdigt.




Nachdenkliches

Wir haben die Aufnahme eines neuen Mitgliedes zu verzeichnen, das in seiner Beitrittserklärung schreibt, daß es fünf Jahre in Warschau tätig war. Weiter heißt es: "Es hat mich nach meiner Rückkehr doch einigermaßen schockiert, wie sehr Polen inzwischen außerhalb jeden öffentlichen Interesses liegt und die Bemühungen um Normalisierung vielfach in Gleichgültigkeit umgeschlagen sind. Ich würde gern dazu beitragen, dieser Entwicklung im Rahmen der DPG Bremen entgegenzuarbeiten." - Es gibt noch viel zu tun!




V. i. S. d. P. Reinhold Stiering, Brokmerländer Str. 12 - 28259 Bremen - Tel. 51 36 61 - Fax 51 43 663

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