Janusz-Korczak-Haus Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.

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Das Archiv - Rundbriefe

Rundschreiben Nr. 2 - September 2004



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde!

Seit dem letzten Rundschreiben Nr. 1 von März 2004 sind fast sechs Monate vergangen. Der Grund liegt nicht in mangelnder Aktivität unserer DPG Bremen, zumal äußerst be- deutsame Entwicklungen bzw. Ereignisse stattgefunden haben. Man denke nur an öffentliche Auseinandersetzung um Entschädigungsfragen, entfacht durch die Sprecherin der „Preußischen Treuhand“, an die auch hierzu gehaltene Rede des deutschen Bundeskanzlers am 1. August 2004 in Warschau. Oder dass vor wenigen Wochen Teile von Vertriebenenverbänden zur Entrüstung besonders in Polen sich politisch des Warschauer Aufstandes (vom 1.8.1944) bemächtigen wollten. Oder man denke z. B. an die EU-Erweiterung, den Beitritt Polens zur EU am 1. Mai 2004.
Geschehen ist, auch in unserer Alltagsarbeit gar manches, über das in einem Rundbrief Nr.2 hätte berichtet werden können bzw. sollen. Doch wie mittlerweile vielen bekannt ist, hat das langjährige Vorstandsmitglied Reinhold Stiering -der stellvertretende Vorsitzende - auf der Jahreshauptversammlung am 21.4. 2004 nicht erneut für den Vorstand kandidiert.
Reinhold Stiering hat in der Vergangenheit verantwortlich die Rundbriefe erstellt; er hat sich durch Inhalt und Stil unserer Informationsweitergabe viel Anerkennung erworben.
Also steht die Frage an, wie geht`s jetzt mit den Rundbriefen weiter? Darüber hat der Vor- stand zuletzt auf seiner Sitzung am 25.8.04 beraten. An die Stelle der Rundbriefe soll eine „Kurzinformation“ des Vorstandes in gewisser Regelmäßigkeit erscheinen. Wir versuchen es und hoffen auf Ihr Verständnis.
Auf der Jahreshauptversammlung am 21. April 2004 wurde ein neuer Vorstand gewählt: Bestätigt im Amt des Vorsitzenden wurde Rainer Nalazek - einstimmig -. Ebenfalls in ihren Stellvertreterfunktionen einstimmig bestätigt wurden Silke Striezel und Rochus Salanczyk. Neu gewählt als stellvertretender Vorsitzender wurde Kurt van Haaren- ein- stimmig!
Der Schatzmeister Siegmund Loppe bleibt uns treu; er wurde einstimmig wiedergewählt. Gleiches gilt für die Beisitzer: die Alten sind zugleich die Neuen- bis auf einen„Neuzugang“. Es sind in alphabetischer Reihenfolge: Jörg Ackermann, Luise Preuß-Braun, Prof. Wolfgang Reichel, Danuta Riechel, Prof. Dr. Wolfgang Schlott, Heiko Strohmann, MdBB (neu), Michael A. Wenz, Urszula Wöltjen.
In den Beirat wurden folgende Personen berufen: Dr. Matthias Fonger, Prof. Dr. Imanuel Geiss, Dr. Heinz Glässgen, Prof. Dr. Eike Hemken, Dr. Kerstin Kießler, Dr. Richard Klämbt, Bürgermeister a.D. Hans Koschnick, Prof. Dr. Zdizlaw Krasnodebski, Elke Kröning, Alexander Künzel, Karoline Linnert, MdBB, Präsident der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber, Dr. H-D Paschmeyer, Reinhard Metz, Bürger- meister a.D. Hartmut Perschau, Präsident des Senats, Bürgermeister Dr. Henning Scherf..
Auf der Klausurtagung des Vorstandes im November wollen wir die Verteilung von Aufgaben auf die Vorstandsmitglieder festlegen. Auch wird beraten, ob und in welcher Form der Vorstand zu die Deutsch-Polnischen Beziehungen belastenden Irritationen Stellung nehmen soll.




Hohe Auszeichnung für den Deutsch-Polnischen Chor in Danzig

Zum 20jährigen Jubiläum des Danziger Lehrerchores besuchte im Juli diesen Jahres der Bremer Chor die Freunde in Bremens Partnerstadt Danzig. Unsere dortige Partnergesell- schaft war Garant für den reibungslosen und sehr erfolgreichen Aufenthalt. Ein umfangreiches Programm bestimmte den Besuch. Der Danziger Stadtpräsident, Pawel Adamowicz, empfing die Chormitglieder im Rathaus. Gemeinsam mit Vertretern der Stadt- verwaltung, der deutschen Generalkonsulin und Mitgliedern des Lehrerchors wurden zwei Freundschaftsbäume auf dem Grundstück der Conradinum Schule, die einst von Günter Grass besucht wurde, gepflanzt.
Ein Höhepunkt war das Jubiläumskonzert mit beiden Chören in der St. Brigida Kirche. Rund 800 ! Menschen lauschten begeistert dem Konzert. Mit langanhaltendem Beifall wurden beide Chöre bedacht.
Mehr als eine Geste war die Übergabe einer Spende in Höhe von 1.200 Euro für eine Pflegeeinrichtung in Danzig, die der Bremer Chor vor der Danzig Reise eingesungen und privat gesammelt hatte.
Die Krönung der Reise und eine ganz besondere Ehre wurde dem Bremer Chor durch den Polnischen Sänger- und Orchesterbund bereitet.
Der Dirigent Rochus Salanczyk und seine Chormitglieder erhielten das Anerkennungs- Diplom „Diplom Uznamia“ und eine Ehrenmedaille für ausgezeichnetes, langjähriges Musikalisches Wirken und partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Danziger Lehrer- chor für die Verständigung zwischen Polen und Deutschen. Die Ehrung für unseren Chor erfüllt uns mit Stolz und macht deutlich: gemeinsame Be- geisterung für Musik ist kulturverbindend.




Bürgerschaftliches Engagement gefragt für Literatur- und Grass Freunde

Ihnen ist vielleicht bekannt, dass Bremen in der Langenstraße 13 in dem wunderschönen Gebäude der Stadtwaage die Günter-Grass-Stiftung beherbergt. Die Geschäftsführerin Donata Fink hat dort in Zusammenarbeit mit Radio Bremen eine begeisternde Ausstellung eingerichtet, bestehend aus Plakaten, Videos und anderen audio- visuellen Medien aus dem umfangreichen Archiv des Senders, das Bestandteil der Stiftung ist.
Am 23. November 2004 soll diese ständige Ausstellung um ein besonderes Highlight Erweitert werden. In Dänemark wurde Günter Grass gebeten, zum 200. Geburtstag von Hans Christian Andersen einige Illustrationen zu den Märchen dieses Dichters anzu – fertigen. Das hat er getan, und die 50 Arbeiten sollen in Bremen gezeigt werden.
Bisher wird das Haus von angemeldeten Gruppen besucht, gerne auch von Ausländern, die als Touristen nach Bremen kommen und von der Stiftung wissen. Das Gästebuch zeigt einige Eintragungen aus dem Fernen Osten. Es wäre aber wünschenswert, das die Ausstell- ung mit festen Öffnungszeiten möglichst vielen Interessenten gezeigt werden könnte.
Frau Fink sucht dafür ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die bereit sind, jeweils für wenige Stunden anwesend zu sein und Besucher zu betreuen. Je größer die Gruppe der Freiwilligen ist, desto geringer wird die Belastung für die Einzelnen. Vielleicht möchten Sie sich auch nur für eine begrenzte Zeit zur Verfügung stellen, z.B. für die Sonderausstellung vom 23. November bis Februar 2005.
Ihre Anmeldung nimmt gerne Frau Helga Wolters entgegen: per Brief: Freiligrathstraße 60, 28211 Bremen, per Telefon: 23 30 83, per Email: helgawolters@gmx.de




Hilfe für bedürftige polnische Heimkinder

Aus unserem Kinderhilfsfonds wurden je 1000 Euro durch unseren ehemaligen stell. Vorsitzenden Reinhold Stiering, der anlässlich des Beitritts Polens in die Europäische Union an den Feierlichkeiten in Danzig Anfang Mai teilnahm, an die Danziger Kinder- heime Orunia und Familie der Hoffnung für Sommerferienmaßnahmen, übergeben.
Im September reist Reinhold Stiering mit unserem Schatzmeister Siegmund Loppe in die nordostpolnische Kreisstadt Suwalki. Die Region Suwalki ist eine der ärmsten in ganz Polen mit einer Arbeitslosenquote von über 40 Prozent. Dort sollen die Kontakte zu einem Kinderheim weiter ausgebaut werden. In diesem Kinderheim, das dringend Hilfe bedarf, werden Kinder aus sozial schwachen und aus Alkoholikerfamilien betreut. Ein ausführlicher Bericht über den Besuch erscheint im nächsten Mitteilungsblatt.




Hörkino
Radio-Feature im energiecafe. Filme für die Ohren- gemeinsam hören - Radiomacher erleben.

Seit Januar 2004 hat Bremen eine neue Veranstaltungsform. Das Hörkino. Radio Features sind wie eine Portion Kino für die Ohren. In Berlin und Hamburg zieht es die Hörspielfans bereits in Hör-Bars, in Kirchen oder in Kneipen. Radio hören wird zum gemeinsamen Er- lebnis. Reportagen und Geschichten lassen eintauchen in fremde Welten oder Neues ent- decken im Bekannten. Wir möchten Sie auf einen Hörabend aufmerksam machen, der Sie besonders interessieren könnte.
Am 6. Oktober 2004 um 20:00 Uhr im energiecafe (Sögestraße/Am Wall): Charly Kowalczyk: Fleißig, billig, illegal. Putzfrauen auf dem Weg von Ost nach West. (Deutschlandradio, 2003)
Sie kleiden sich unauffällig, meiden belebte Orte und fahren niemals schwarz. Sie sind misstrauisch und ängstlich. Ein Recht auf Krankheit, Urlaub und unbeschwertes Leben haben sie in der Fremde nicht. Ihre Heimat ist Zytomierz in der Ukraine oder Zielona Gora in Polen. Mit einem Touristenvisum ziehen sie von Ost nach West, um Wohnungen auf Hoch- glanz zu bringen. Der Bedarf an Haushaltshilfen ist groß. Nach inoffiziellen Schätzungen ar- beiten allein in Deutschland ungefähr vier Millionen illegale Putz- und Pflegekräfte. Polinnen zieht es nach Deutschland, Ukrainerinnen nach Polen. Charly Kowalczyk hat viele Gespräche mit Frauen geführt, die sich und ihre Familien mit illegalem Putzen ernähren. Chary Kowalczyk ist Autor von Sachbüchern und Hörfunkfeatures. Seine Stücke „Auf der Suche nach meinem Großvater. Eine Deutsch-Polnische Geschichte“ (Radio Bremem/ - Deutschlandfunk) sowie „Gdansk, Sopot, Gdynia- Dreistadt zum Verlieben“ (Deutschland- radio) wurden für den Deutsch-Polnischen Journalistenpreis nominiert.




Länderportale zur Geschichte Ostmitteleuropas

Seit Beginn des Jahres bietet das Herder-Institut mit Internet „Portalen“ zu den Ländern seines Arbeitsgebietes einen neuartigen, nutzerfreundlichen Einstieg in die Welt der elek- tronischen Ressourcen zur Geschichte Ostmitteleuropas. Das Informationsangebot im Internet wächst täglich. Sich darin zurechtzufinden, wird immer schwieriger. Glücklich also jeder, dem Orientierungshilfen bei der oft langwierigen Recherche im Netz zur Seite stehen.
Das Polen Portal fand sogar Aufnahme im polnischen Geschichtsportal Historicus (Universität Torun) und im Linkverzeichnis des Deutschen Polen-Instituts Darmstadt.
Das Länderportal Polen ist über die Einstiegsseite des Herder-Instituts (www.herder- institut.de) oder über historicum.net (www.historicum.net/Länder) zu erreichen.




Planungen für Herbst/Winterprogramm 2004

Der Senator für Inneres wird im Rahmen der Polizeikooperation Bremen-Danzig im September und Oktober 2004 fünf Polizisten aus Danzig zu Gast haben. Vier Mitglieder aus dem Vorstand unserer Gesellschaft werden als Dolmetscher diesen polizeilichen Er- fahrungsaustausch mit unterstützen.
Durch unser Vorstandsmitglied Prof. Dr. Wolfgang Schlott besteht eine enge Kooperation mit dem Osteuropa-Institut der Universität Bremen. Dadurch werden wir vielfältige Ver- anstaltungen anbieten können.
Lesungen 22. Oktober Es werden voraussichtlich fünf Schriftsteller/innen aus Danzig in Bremen zu Gast sein. Es sind die Autoren Emma Popik, Alina Afanasev, Daniel Odija und Andrzej Waskiewicz. Geplant sind drei Lesungen, davon eine im Rundfunk Und ein Empfang bei Bürgermeister Dr. Henning Scherf.
Seminar am 6. und 7. November im Gästehaus der Universität (Teerhof) zu dem Thema „Danzig in der polnischen Gegenwartsliteratur“.
Auch im November Vorstellung des neuen Buches von Prof. Dr. Schlott: „Die polnisch er- zählende Literatur nach 1990. Nostalgischer Rückblick und Suche nach Identifikationen“. Er stellt damit sein Buch vor, das zur Buchmesse unter diesem Titel erscheinen wird.
Am 16. November um 18:30 Uhr im Haus der Bremischen Bürgerschaft Eröffnung der Aus- stellung „10 neue in Europa“ durch den Schirmherr der Ausstellung, Bürgerschaftspräsident Christian Weber.
Fortsetzung unserer „Europa-Reihe“. Nach den erfolgreichen Veranstaltungen zu den Themen „Vertreibung“ und „Janucsz-Korczak“. Laut Absprache könnte im Febr. 2005 der dritte Teil mit Ergebnissen der Krakauer Konferenz vom September 2004 zum Thema „Der Beitrag der polnischen Kultur zur europäischen Identitätsstiftung“ stattfinden.(Prof. Schlott)
Das Projekt „TELESCOPIUM“, das in die Bewerbungsschrift Bremens zur Kulturhaupt- stadt 2010 aufgenommen wurde, bekommt Konturen. Unsere Kooperation mit der Astronomischen Vereinigung Lilienthal und der Olbers-Gesell- schaft Bremen sind eng. Vor allem sieht es für Danzig gut aus. Zu Ehren von Helvelius ent- steht dort in der Burg an der Westerplatte eine Sternwarte, deren Finanzierung über EU- Mittel erfolgen soll.




Nachbarschaft in der Mitte Europas

Jahrestagung 2004 der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bundesverband e.V. mit Jubiläumsfeier 25 Jahre Deutsch-Polnische Gesellschaft Hannover vom 22.-23. Oktober 04 in Hannover. Freitag, 22. Oktober 2004 um 19:00 Uhr Feierstunde aus Anlass des 25. Geburtstages der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. u.a. mit Bundesministerin Edelgard Bulmahn und dem polnischen Botschafter Dr. Andrzej Byrt sowie der Kuratoriumsvorsitzenden des DPG Bundesverbandes, Prof. Rita Süssmuth, Bundestagspräsidentin a.D., danach Eröffnung des Deutsch-Polnischen Kongresses mit Grußworten der Vorsitzende der Deutsch-Polnischen Ge- sellschaft Bundesverband, Dr. Angelica Schwall-Düren, MdB und dem Oberbürgermeister der Stadt Hannover, Herbert Schmalstieg. Samstag, 23. Oktober 2004 Fortsetzung des Deutsch-Polnischen Kongresses mit prominenter polnischer und deutscher Beteiligung. 09:00 Uhr: I. „Wie kann uns unsere Geschichte weiterhelfen, Europa zu gestalten?“ Posener und Hannoveraner Schüler diskutieren mit Prof. Rita Süssmuth und Adam Krzeminski, Redakteur der Wochenzeitung „Polityka“, Warschau. II. „Der zweite Weltkrieg und seine Folgen. Formen kollektiver Erinnerungen in Europa“. Podiumsgespräch mit Bernd Busemann, MdL, Kultusminister des Landes Niedersachsen, Dr. Manfred Grieger, VW AG, Wolfsburg, u.a. III. „Polen und Deutschland in der EU: Politische, ökonomische und gesellschaftliche Her- ausforderungen für beide Länder sowie Aufgaben für die Deutsch-Polnischen Gesellschaften. Impulsreferat: Dr. Reinhard Klein, Vorstand Deutsch-polnische Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Gorzow. Anschließend podiumsgespräch mit Adam Krzeminski, Dr. Angelica Schwall-Düren, Prof. Rita Süssmuth, Prof. Anna Wolff-Poweska, ehem. Direktorin des West-Instituts in Posen. 20:00 Uhr Abendveranstaltung: Kulturprogramm und Empfang Bitte richten Sie Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 30. September 2004 an: Deutsch-Polnische gesellschaft Bundesverband, Rauchenstrasse 17/18, 10787 Berlin, Tel.: 030-2655 1630, Fax: 030- 26 55 1631, dpgbv@t-online.de







Verantwortlich: Reinhold Stiering, Brokmerländer Str. 12 - 28259 Bremen - Tel. 51 36 61 - Fax 51 43 663

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