Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.
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Rundschreiben Nr. 2 - Mai 2005
Bürgerschaftliches Engagement gefragt Hohe Auszeichnung für Reinhold Stiering Für seine Verdienste um die Stadt Danzig hat der Rat der Stadt Reinhold Stiering die Medaille des Heiligen Adalbert verliehen, besonders für die sozialen und kulturellen Kontakte zwischen den Partnerstädten Gdansk und Bremen. Die Verleihung im Artushof in Danzig erfolgte in einem würdigen und feierlichen Rahmen unter Beteiligung zahlreicher polnischer Bürger. Ausgezeichnet wurde er auch für sein Engagement und sein Wirken für die Zusammenarbeit der polnisch-deutschen Gesellschaften der beiden Städte, nicht zuletzt für seine Hilfe für sozial vernachlässigte Kinder in drei Danziger Kinderheimen. Stierings Kontakte zu Danzig reichen bis in die achtziger Jahre zurück, als er die im Untergrund befindliche Gewerkschaft „Solidarnosc“ unterstützte und auch Lech Walesa persönlich kennen lernte. Später wirkte er aktiv mit bei der Sammlung von Hilfsgütern für die Einwohner Danzigs. In seiner Laudatio sagte Professor Januszajtis, Ehrenbürger der Stadt, „wir danken, so wie wir es können, indem wir ihn mit der Medaille des Heiligen Adalbert, Schutzpatron von Polen und zukünftig ( so hoffen wir ) auch von Europa, auszeichnen“. Bürgermeister Scherf dankte in einem Schreiben dem ehemaligen Abgeordneten der Bremischen Bürgerschaft für sein außerordentliches Engagement.
![]() Hohe Auszeichnung für Reinhold Stiering Internationales Jugendseminar Mai 2005 Für die bilateralen Gesellschaften und Vereine, die zu diesem Zweck zusammengearbeitet haben, war es eine ganz neue Erfahrung.
Unser Vorsitzender Rainer Nalazek war der Impulsgeber für dieses neue Kooperationsmodell, unter dem Dach der Europa-Union Bremen
Freundschaftsgesellschaften für eine zeitlich begrenzte projektbezogene Maßnahme an den „runden Tisch“ zu bringen.
Dank an die Förderer in der Stadt: für die Unterbringung in der Bürgerschaft für den Seminarteil, die Einladung zum „Friedensfrühstück“ durch das Bremer Theater, den Besuch der Rathausveranstaltung „Jugend macht Europa“, die Teilnahme am Festakt „600 Jahre Bremer Rathaus“ auf Einladung des Präsidenten des Senats, Bürgermeister Dr. Scherf im Rathaus, Empfang beim Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber, die Diskussionen am Gymnasium Horn und an der Hochschule Bremen, den Besuch im Funkhaus Europa bei Radio Bremen, die Fahrt zum Bunker „Valentin“ in Farge mit Besichtigung u.v.a., stehen beispiellos für ein inhaltlich gutes Gemeinschaftsprojekt.
Unsere stellvertretende Vorsitzende Silke Striezel hatte für eine Woche Paulina Wolczak aus Danzig privat aufgenommen. Und unser Beiratsmitgied Heiko Strohmann war der Herbergsvater für Jan Szpindor aus Danzig.
![]() Silke Striezel mit Paulina Wolczak und Jan Szpindor aus Danzig Brief aus Polen (Originaltext) Sprachstipendium in Bremen 2004
Fast jeder Mensch träumt von Reisen, von Begegnungen mit vielen interessanten Menschen, vom Erlernen neuer Sprachen. Jedoch hat nicht jeder die Möglichkeit seine Träume zu realisieren. Ich hatte sie! Im Jahr 2004 habe ich das Sprachstipendium der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen bekommen, was wirklich einen Einfluss auf mein weiteres Leben und meine Zukunft hatte.
Nach dem Sprachstipendium habe ich mich an meiner Akademie für Körpererziehung und Sport in Danzig erkundigt. Ich habe die Anzeige gelesen und an demselben Tag meine Bewerbung geschrieben. Im Juni habe ich den Brief mit der Mitteilung bekommen, dass das Stipendium mir zuerkannt wurde. Ich war sehr zufrieden aber auch ganz überrascht, weil ich wusste, dass die Konkurrenz aus der Medizinischen Akademie sehr groß war.
Das Stipendium deckte die Kosten des Kurses, der Unterkunft und des Unterhalts. Und ich muss sagen, dass ich mir auf keinem Fall selbst den Kurs leisten könnte. Am Kurs waren die Leute aus der ganzen Welt: Japan, China, Frankreich, Finnland, England, Russland, Mazedonien u.s.w. Im Programm hatten wir, natürlich außer 4 Unterrichtstunden der deutschen Sprache pro Tag, sehr viele Ausflüge (nach Helgoland, Hamburg u.s.w.), zusätzliche Vorlesungen zum Thema Europäische Union oder Ausbildung in Deutschland und auch Integrationspartys. Jeder Tag war sehr sorgfältig geplant und es gab keine einzelne Minute der Langeweile. Die Betreuung durch die Organisatoren war auch sehr gut und ich fühlte mich deswegen sicher, obwohl ich in einem fremdem Land war. Die einzige Sprache, die ich während dieser 3 Wochen benutzt habe, war Deutsch, sogar, wenn ich mit meinen polnischen Freunden gesprochen habe (wir haben einen solchen Vertrag gemacht!).
Während des Aufenthalts in Bremen habe ich meine Kenntnisse in der deutschen Sprache verbessert, sehr viele wunderbare Leute aus viele Orten der Welt, also auch viele verschiedene Kulturen kennen gelernt. Es freut mich auch, dass ich nach Bremen eingeladen war, weil ich diese Stadt besonders schön finde.
Aber die wichtigste Sache ist, dass das Wissen, das ich erworben habe, mir neue wunderbare Möglichkeiten geschaffen hat. Dank der besseren Deutschkenntnissen habe ich die DSH-Prüfung im September bestanden, direkt nach dem Ende des Kurses. Mit diesem Zertifikat konnte ich das Studium in Berlin an der Humboldt-Universität im Institut für Slawistik (Russistik und Polonistik) anfangen. Als 21-jährige Polin wohne ich jetzt und studiere in Berlin und habe schon das erste Semester abgeschlossen, aber ich bin auch weiter Studentin der Akademie in Danzig (in nächstem Jahr mache ich dort Teilstudium). Dank des Stipendiums und des Aufenthalts in Bremen kann ich ohne Probleme in der deutschen Gesellschaft funktionieren und mit Menschen verschiedener Nationalität leicht Freundschaften schließen. In Zukunft möchte ich Übersetzerin für die deutsche und russische Sprache sein und mich mit der Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen beschäftigen. Ich glaube, dass der Kurs in Bremen und das 5-jährige Studium in Berlin eine sehr gute Grundlage dafür bilden.
Ich möchte also von dem ganzen Herzen der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Bremen für die Zuerkennung des Sprachstipendiums und besonders Herrn Professor Reichel und seiner Frau für die wunderbare Betreuung und Unterstützung danken, die ich nie vergesse werde.
Ula Bziuk
Die Mitgliederversammlung hat am 13.04.05 eine bescheidene Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab dem Haushaltsjahr 2006 wie folgt beschlossen:
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