Janusz-Korczak-Haus Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.

Janusz-Korczak-Haus - Osterdeich 6 - 28203 Bremen

 
Start
Die DPG Bremen
Termine
Rundbriefe
Städtepartnerschaft
Kontakte
>>Archiv
Links
Download
Gästebuch
Impressum

Das Archiv - Rundbriefe

Rundschreiben Nr. 1 - Juli 2006



Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Mitglieder und Freunde!

Liebe Mitglieder und Freunde, sehr geehrte Damen und Herren, vor dem Hintergrund des Satire-Streits mit Polen haben deutsche Politiker von SPD und CDU zu Gelassenheit geraten. Wir möchten Ihnen diese Meinungen zur Kenntnis geben. "Es macht guten Sinn, in der jetzigen Situation ruhig zu bleiben", sagte der SPD-Außenpolitiker Hans-Ulrich Klose im ARD-Morgenmagazin am 12. Juli 06. "Es ist eine Aufgeregtheit, die in erster Linie aus polnischer innenpolitischer Sicht zu beurteilen ist."
Der parlamentarische Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Peter Hintze (CDU), argumentierte ähnlich. Deutschland werde weiterhin "fair und freundschaftlich" mit Polen umgehen, sagte Hintze im RBB. Es mache ihm allerdings "etwas Sorge", dass die polnische Führung Signale aussende, von denen nicht die genaue Richtung erkennbar sei. "Eine Selbstisolation Polens wäre jedenfalls fatal für Polen und für Europa."
"Im wirklichen Leben sind wir gute Freunde. Es gibt keinen Anlass für irgendeine Art von Schritt. Ich will im Übrigen darauf hinweisen, das eine ist dieses Zwillingspaar, die mögen ihre Emotionen haben, manches wirkt irrational aus der Ferne, ich kann das nicht so ganz genau beurteilen, aber es ist etwas ganz anderes, was tagtäglich passiert: Es gibt intensiven wirtschaftlichen, wissenschaftlichen, kulturellen, menschlichen Ausstausch zwischen unseren beiden Ländern und Völkern. Da ist in den vergangenen Jahrzehnten und auch in den letzten zehn, fünfzehn Jahren unerhört viel Positives passiert. Das sollte jetzt nicht wieder kaputt gemacht werden. (...) Ich wünsche mir nur, dass solche Irrationalismen und die Instrumentalisierung von schlummernden Vorurteilen unser wirklich gutes Verhältnis nicht be- schädigt. Das dürfen wir nicht zulassen. Also möglichst gelassen reagieren. Die intensiven Kontakte pflegen. Es wäre gut, wenn so viele Leute aus der Wirtschaft, aus der Kultur, aus der Wissenschaft sich begegnen und immer unter der Überschrift: Das eine ist das, was da in Warschau passiert, aber im wirklichen Leben sind wir gute Freunde, sind wir gute Vertragspartner, leben wir innigen Austausch," sagte Bundestags-Vizepräsident Wolfgang Thierse (SPD) im Deutschlandradio am 12. Juli 2006.


15jähriges Jubiläum der Freundschaftsgesellschaft in Gdansk
im Namen des Vorstands der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Bremen, dankte für die gute Zusammenarbeit unser Vorsitzender MdBB Rainer Nalazek. Er schrieb: "ich gratuliere Ihnen und den Mitgliedern der Polnisch-Deutschen Gesellschaft in Danzig recht herzlich zum 15-jährigen Bestehen. Vor 15 Jahren, im Jahr 1991, gründeten Sie wenige Monate vor Unterzeichnung des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages, als besonderes Signal diese Freundschaftsgesellschaft. Es war etwas Besonderes und besonders waren auch die Personen, die sich von Be-ginn an engagierten: Ich nenne aus diesem Kreis auf Danziger Seite Piotr Damrath und auf Bremer Seite die damaligen Vorstandsmitglieder der Bremer Gesellschaft. Die "Freundschaftsgesellschaft in Danzig hat in den vergangenen 15 Jahren viel zur Schaffung der persönlichen und privaten polnisch-deutschen und umgekehrt der deutsch-polnischen Verständigung auf dem Feld der Nichtregierungsorganisationen beigetragen. Da ist viel geschehen. Aber gerade in letzter Zeit sind auch Fragen sichtbar geworden, deren wir uns besonders annehmen müssen. Dabei habe ich keinen Zweifel: dass das Bemühen beider Seiten um ein gutes Verhältnis weitergehen wird. Uns verbindet die Geschichte. Wir haben weiterhin gemeinsame Interessen und vor allem ist unsere Zukunft weiterhin Europa. Ich wünsche allen Beteiligten und Gästen eine schöne Jubiläumsfeier und freue mich auf Ihren Besuch im nächsten Monat in Bremen."




Gäste aus Gdansk
Schon im vergangenen Jahr beschlossen die Mitglieder der Torwarzystwo Polska-Niemcy Gdansk, wieder einmal Bremen zu besuchen Und wie immer erklärte sich Reinhold Stiering auf ihren Wunsch hin bereit, ihnen ein Programm auszuarbeiten, das sie dann auch mit ihm als Reiseleiter vom 1. bis zum 8. Juli 2006 umsetzten. Untergebracht in der neuen Jugendherberge und in der nahe gelegenen Seemannsmission, waren die 30 Polen eine Woche lang jeden Tag unterwegs. Manche, um alte Erinnerungen und Eindrücke aufzufrischen, andere, der größere Teil aber, um ihre Partnerstadt und das schöne Norddeutschland kennenzulernen. So waren Worpswede und Fischerhude das Ziel, das Teufelsmoor, Tarmstedt mit dem Moorlehrpfad, das Museumsdorf Cloppenburg und die Wildeshauser Geest. Dort beeindruckten besonders die Hünengräber der Glaner Braut. Ein Tagesausflug führte bei herrlichem Wetter auf die ostfriesische Insel Langeoog, ein anderer hatte die Container Terminal in Bremerhaven zum Ziel, wobei auch die Großbaustelle am Wasser in Weddewarden bestaunt werden konnte. Und natürlich wurde die Gruppe im Rathaus empfangen, das sie anschließend in einer Führung als Weltkulturerbe bewundern konnte. Vermittelt hatte Stiering zudem den Kontakt zwischen einem "alten" Danziger Bürger und den Gästen, die ihm einen besondere Wunsch erfüllten, indem sie Erde von der Westerplatte, auf der der II. Weltkrieg begonnen hatte, mitbrachten. Der geborene Danziger hatte das damals hautnah miterlebt. In der Eine-Welt-Kirche in Schneverdingen in der Lüneburger Heide wurde ihm die Erde aus seiner Heimat überreicht. Diese übergab er dann seinerseits der Kirche für den Eine-Welt-Altar, der schon über 4000 "Erdbücher" aus aller Welt umfaßt. Es war eine für alle beeindruckende und berührende Begegnung, in der der Wunsch nach Frieden in der Welt zum Ausdruck gebracht wurde. Zum Abschied trafen sich Deutsche und Polen zu einer kleinen Grillparty im Klubhaus des Parkvereins links der Weser, bei der sich die Gäste aus Bremens Partnerstadt für die Gastfreundschaft und das interessante Programm bedankten. Dieser Besuch kann auch wieder als eine Stärkung der Städtepartnerschaft bezeichnet werden.



Polen-Mädchen in Bremen
Mit der Reisegruppe der Polnisch-Deutschen Gesellschaft Danzig, die Anfang Juli in Bremen weilte, waren auch sechs Mädchen aus zwei Danziger Kinderheimen eingeladen worden. Möglich wurde dieser Aufenthalt, weil Reinhold Stiering zu seinem 75. Geburtstag seine Gäste gebeten hatte, statt Geschenken für diesen Zweck zu spenden. So kamen 1500 Euro zusammen. Dazu beigetragen hatten auch viele Teilnehmer der Reise nach Breslau. Ihnen allen gilt ein besonderer Dank. Die Mädchen, die das erste Mal "im Westen" waren, kehrten voller schöner Eindrücke und dankbar in ihre Heimat zurück.



Großzügige Spende
Waren es in vergangenen Jahren nur etwa 20 bis 25 Kinder jährlich, die "Ferien vom Heim" machen konnten, weil das Aufkommen einfach nicht mehr hergab, so hatte Reinhold Stiering, der die Heime in Danzig betreut, in diesem Jahr die seltene Gelegenheit, mit den Leitungen der beiden Kinderheime Reisen für alle Kinder, 118 an der Zahl, zu organisieren. Das war möglich, weil er einen äußerst großzügigen Spender "aufgetan" hatte. Darüber hinaus wurde dem Janusz-Korczak-Kinderheim für behinderte Kinder 1130 Euro zum Kauf von speziellen Medikamenten zur Verfügung gestellt. Ein Dankeschön an den großherzigen Spender im Namen aller Kinder, die in sechs unterschiedlichen Altersgruppen an verschiedenen Orten Polens die Sommerferien verbringen.



Nach Breslau und Niederschlesien
Bei 30 sollte eigentlich Schluß sein! Auf dem Fest zum 30-jährigen Jubiläum der Deutsch-Polnischen Gesellschaft im Rathaus bekamen aber einige "Wind" von der geplanten Reise nach Polen, so daß Reinhold Stiering seine Gruppe auf 39 Teilnehmer aufstocken mußte. So ging es eben mit ein paar mehr auf die Reise, am 22. Mai, zunächst mit der Bundesbahn nach Görlitz. Nach der Besichtigung dieser schönen Stadt an der Neiße wurde die Fahrt tags drauf mit dem Bus fortgesetzt über Bunzlau nach Breslau. Niederschlesiens Metropole, in altem Glanz wiedererstanden, war das Ziel - lohnenswert und zur Nachahmung empfohlen. Jelenia Gora/Hirschberg sollte dann das Standquartier für viele Exkursionen durch und in das Riesengebirge und Niederschlesien sein. Auf dem Wege dorthin wurde Halt gemacht in Swidnica, wo die Friedenskirche in ihrer alten Schönheit bewundert wurde. Nicht weit davon liegt Krzyzowa. Dort haben Polen und Deutsche gemeinsam die Gedenkstätte für die Widerstandskämpfer des Kreisauer Kreises während des Nationalsozialismus geschaffen. Ein "Muß" für jeden, der in der Nähe weilt. Niederschlesien größtes (schönstes?) Schloß Fürstenberg lag am Wege, bevor uns "Georg", examinierter Bergführer und Reiseleiter, vier Tage lang in seine Obhut nahm. Und dann folgte eine Zeit des Entdeckens dieses schönen Fleckchen Erde. Es ist kaum möglich, alle aufzuzählen: Krummhübel mit der Stabkirche Wang, Agnetendorf, wo Gerhart Hauptmann lebte, die Schlösser Stonsdorf und Lomnitz, das Zisterzienserkloster Grüssau, Bad Salzbrunn und Waldenburg, Schmiedeberg und Zillertal-Erdmannsdorf. Man sah die Häuser schlesischer Weber, die ganz Unentwegten waren auf der 1603 m hohen Schneekoppe. Und wer Glück hatte, dem begegnete Rübezahl mit langem Stab und wehendem Bart. Wohin die nächste Reise geht? Nur er weiß es!



Hohe Auszeichnung für Dr. Hans-Dietrich Paschmeyer
Beim "Zweiten Weltweiten Treffen der Danziger" vom 2. bis 4. Juni 2006 in Gdansk, an dem unser neues Beiratsmitglied Dr. med. Hans-Dietrich Paschmeyer teilnahm, wurde ihm eine einmalige Auszeichnung durch den Präsidenten der Stadt Gdansk, Herrn Pawel Adamowicz, verliehen: Die Ernennungsurkunde für das Ehrenamt eines Botschafters der Stadt Gdansk in Deutschland. Wir freuen uns mit Dr. Paschmeyer über diese großartige Ehre und gratulieren nachträglich dem "Botschafter der Stadt Gdansk in Deutschland" sehr herzlich.



Bremer Stadtmusikanten für Danzig
Reisen bildet, sagt man im Volksmund. Es stimmt. Anlässlich der Feierlichkeiten zum 15jährigen Jubiläum der Polnisch-Deutschen Gesellschaft in Gdansk am 6. Juni 06, an denen unsere beiden Vorsitzenden Rainer Nalazek und Prof. Wolfgang Reichel teilgenommen hatten, fanden zahlreiche Gespräche statt. In einem Gespräch mit der deutschen Generalkonsulin in Gdansk, Frau Minke-Koenig, bedauerte sie gegenüber unserem Vorsitzenden MdBB Rainer Nalazek, dass es in Bremens Partnerstadt Riga aber nicht in Danzig eine Skulptur von den Bremer Stadtmusikanten gibt. Vor diesem Hintergrund informierte Rainer Nalazek sie über das Projekt "BremerLeseLust" mit dem Markenzeichen der lesenden Stadtmusikanten, einer lebensgrossen Skulptur ( 2 m hoch, 2 m lang, 1 m breit ) in "Rohform" aus dauerhaftem und belastbarem Material. Solch eine Skulptur könnte an einem passenden Platz in Gdansk aufgestellt werden, vorausgesetzt die Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen findet Sponsoren für den Kauf der nicht ganz preiswerten Figur. Dr. Paschmeyer war erfolgreich beim Einwerben von Sponsoren, zu ihnen gehören Dr. Suvelak von der Hirsch-Apotheke, die Zahnärztekammer und Zahnärzte aus Bremen, die ihre großzügigen Spenden mit der sinnvollen Auflage verbanden, dass die Rohform der Skulptur von Kindern aus einem Danziger Kinderkrankenhaus (Kinderkrebsklinik) farblich gestaltet werden sollte. Dank der Mithilfe von Frau Generalkonsulin Minke-Koenig war schnell ein Kinderkrankenhaus in Gdansk gefunden: Klinika Pediatrii, Hematologii, Onkologii i Endokrynologii, Akademia Medyczna, Ansprechpartnerin ist Frau Prof. Dr. Anna Balcerska. Wir danken allen Spendern, die das Projekt bis heute erfolgreich unterstützt haben. Bereits am 11. September 06 bekommen wir die Skulptur, die dann mit vielen Büchern über die Geschichte der Bremer Stadtmusikanten in polnischer Sprache nach Gdansk in "unsere" Kinderkrebsklinik geschickt werden könnte. Für den Transport der Skulptur und des Bücherpaketes benötigen wir dringend weitere Spenden. Geholfen wäre uns auch schon mit einem kostenlosen Transport der "Güter" nach Gdansk. Zugedachte Geldspenden überweisen Sie bitte auf das Konto 171 8907, BLZ 290 501 01, Die Sparkasse in Bremen.



Ein polnischer Abend
Ende Juni 06 feierten wir einen polnischen Abend in der Schwankhalle. In Verbindung mit dem Tanzfilminstitut, der Schwankhalle (ArtServeNet), der DPG und agitPolska organisierte die "Redaktion: Kulturstadt" einen polnischen Abend im deutsch-polnischen Jahr. Tanz, Musik, Filme und das gemeinsame Nachdenken über Verständigung, Partnerschaften und die kulturelle Zukunft prägten den Abend in besinnlicher und unterhaltsamer Folge. Unter dem Titel "Taniec" tanzte Saskia Rüsenberg. Ihr Motto: "Die Kulturhauptstadt geht. Der Tanz bleibt. Bremen wird nicht, Bremen ist Tanzstadt ". Im Anschluss präsentierte Reiner Matzker eine filmische Dokumentation zur Städte- Partnerschaft zwischen Bremen und Gdansk: "Der Geist von Danzig - Duch Gdanska". Es folgte eine Tanzdarbietung aus Sopot: das Teatr Okazjonalny. Joana Czajkowska und Jacek Krawczyk tanzten "Helicopter Tanz Streichquartett" und "Morning in Flora". Der Abend endete mit einer Gesprächsrunde der Beteiligten. Für die deutsch-polnische Gesellschaft nahm unser Vorsitzender Rainer Nalazeka an der Diskussion teil.



Vorschau: Sitzung des Beirates der DPG am 27. September 06
Es ist Tradition, dass der Vorstand der DPG zur konstituierenden Sitzung des Bei-rates eine bedeutende Persönlichkeit aus Polen nach Bremen einlädt. Dies ist dem Vorstand erneut gelungen: als Ehrengast dürfen wir den Vorsitzenden der Partei Platforma Obywatelska (Bürgerplattform) Herrn Ronald Tusk begrüßen. Bei der letzten Präsidentschaftswahl Ende 2005 kandidierte er für das Amt des Staatspräsidenten und erreichte in dem ersten Wahlgang die meisten Stimmen. Er verfehlte aber die absolute Mehrheit. In der Stichwahl unterlag er dem jetzigen Staatspräsidenten Lech Kaczynski mit einer geringen Stimmenzahl. Donald Tusk gilt im polnischen Parteienspektrum als Verfechter gutnachbarschaftlicher Beziehungen zu Deutschland und der europäischen Integration Polens. Am 27. September 06 um 20:00 Uhr ist eine öffentliche Veranstaltung mit Donald Tusk geplant. Dazu werden Sie persönlich Ende August/Anfang September 06 eingeladen. Ihr Redaktionsteam wünscht ihnen erholsame Sommerferien. Kommen Sie gesund in unser schönes Bremen zurück.






Aktuelle Rundbriefe
Rundbriefe im Archiv
Archivübersicht


Start | Die DPG Bremen | Termine | Rundbriefe | Städtepartnerschaft |
| Kontakte | Archiv | Links | Download | Gästebuch | Sitemap | Impressum |

Deutsch-Polnische Gesellschaft Bremen e. V.
Janusz-Korczak-Haus, Osterdeich 6, 28203 Bremen
Tel. (04 21) 32 42 38, Fax (04 21) 9 49 54 32, Email: dpg@ewetel.net